Haushaltsführungsschaden


Der Haushaltsführungsschaden ist ein Schadensersatzanspruch des Geschädigten. Er steht Männern wie Frauen zu.

 

 

Er richtet sich danach, welche Arbeitsleistung der Geschädigte im Haushalt vor dem Unfall tatsächlich erbracht hat.

 

 

Die Mithilfepflicht von Familienangehörigen wird nur insoweit berücksichtigt, als diese Hilfe tatsächlich geleistet wurde. Der verletzte Haushaltsführende ist im Rahmen seiner Schadensminderungspflicht verpflichtet durch Umorganisation oder Umverteilung der Hausarbeit die Auswirkungen der Behinderung möglichst gering zu halten.

Bei den Zeitangaben zur Hausarbeit ist stets auf den Einzelfall abzustellen.

 

Es gibt die Tabellenangaben von Schulz-Bork/Hoffmann zum Arbeitsaufwand. Hierbei handelt es sich um statistische Erhebungen aufgrund von Erfahrungswerten. Diese können zu Grunde gelegt werden, müssen jedoch auf den Einzelfall hin individuell abgeändert werden.

 

Kriterien für den Arbeitsaufwand sind Größe der Wohnung, Garten, Anzahl der Familienmitglieder, Alter der Kinder, Art des Haushaltes, usw.

Auch Alleinstehende können Ersatzansprüche im Zusammenhang mit der Haushaltsführung geltend machen.


Es muss der konkrete Schaden dargestellt werden. Hierbei kann von dem Grad der Arbeitsunfähigkeit bzw. Minderung der Erwerbsunfähigkeit ausgegangen werden. Dies ist aber nicht gleichzusetzen mit der Beeinträchtigung im Bereich der Haushaltsführung.

Es muss konkret dargestellt werden, welche Tätigkeiten (Kochen, Saubermachen, Einkaufen, Gartenarbeit, usw.) aufgrund der Verletzung nicht ausgeübt werden können. Hiervon ausgehend ergibt sich dann der Minderungsgrad bei der Haushaltsführung.

 

 

Berechnung des Haushaltsführungsschadens

 

Wenn eine konkrete Ersatzkraft angestellt werden muss, müssen die Kosten der Ersatzkraft erstattet werden

 

Wenn eine Ersatzkraft nicht eingestellt wird, ist der Arbeitsaufwand zu schätzen.

 

Die fiktiven Kosten einer erforderlichen und geeigneten Hilfskraft sind dann anzusetzen. In der Regel wird von einem Stundensatz von 8-10 Euro pro Stunde ausgegangen.

 

Häufig ist es so, dass Familienmitglieder, Nachbarn oder Freunde dem Verletzten helfen. Hierbei handelt es sich um überobligationsmäßige Mehrarbeit. Diese überobligationsmäßigen Anstrengungen sollen nicht den Schädiger entlasten.

 

Die Berechnung des Haushaltsführungsschadens ist sehr kompliziert. Sollte diese Schadensposition als Schadensersatz geltend gemacht werden, sollten Sie sich an einen erfahrenen Rechtsanwalt für Verkehrsrecht wenden.