Wertminderung durch Unfallschaden


Ein Anspruch auf Ersatz der Wertminderung (merkantiler Minderwert) besteht dann, wenn Sie trotz einer ordnungsgemäßen Reparatur im Falle eines Verkaufs, aufgrund des Unfallschadens, einen geringeren Verkaufserlös erzielen würden.

Der Schaden muss erheblich sein. Dies ist in der Regel dann der Fall, wenn die Reparaturkosten mehr als 10 % des Fahrzeugwertes ausmachen. Bei sehr jungen Fahrzeugen kann auch ein geringerer Prozentsatz zu einem merkantilen Minderwert führen.

Die Höhe der Wertminderung wird durch den Sachverständigen festgestellt. Hierzu gibt es zwei Berechnungsmethoden:

  1. Die Berechnungsmethode von „Ruhkopf und Sahm“ ergibt sich der Betrag des Minderwertes (M) aus den Reparaturkosten (R), dem Wiederbeschaffungswert (W), sowie aus dem Alter des Fahrzeugs in Jahren (A). Es gibt hierzu eine Formel, die allerdings verhältnismäßig kompliziert ist.
  2. De Berechnungsmethode nach „Halbgewachs und Berger“ stellt auf die Laufleistung des Fahrzeugs ab. Der Minderwert (M) errechnet sich aus der Laufleistung des Fahrzeugs in 1000-Kilometer (L) und dem Betrag der Reparaturkosten (R).

       Auch hierzu gibt es eine recht komplizierte Formel.

 
Nach einem Verkehrsunfall haben Sie Anspruch auf Ersatz der notwendigen Reparaturkosten. Diese können Sie auf zwei verschiedene Arten geltend machen:

  •  Entweder Sie lassen Ihr Fahrzeug in einer Werkstatt Ihrer Wahl reparieren und verlangen die tatsächlich entstandenen Reparaturkosten.
  • Sie rechnen auf „Gutachtenbasis" ab. Dabei lassen Sie den Reparaturschaden durch ein Gutachten feststellen und machen den im Gutachten ermittelten Schadensbetrag geltend. Sie erhalten dann allerdings nur den Nettobetrag.

 

Wenn Sie auf Gutachtenbasis abrechnen, können Sie auch zu einem günstigeren Preis als Fremdgutachter festgestellt reparieren lassen oder sogar die Reparatur vollständig bleiben lassen.

Bei Bagatellschäden unter € 800,00 sollte kein Gutachter beauftragt werden. Hier erreicht ein Kostenvoranschlag einer Werkstätte.

Die Auswahl des Gutachters niemals der gegnerischen Versicherung überlassen, da nur freie Sachverständige gewährleisten, dass eine objektive Begutachtung erfolgt.

 
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